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Plantman on Tour

07.06.2022

„Plantman on tour“ am 2. Juni 2022 - Informationen und Wissenswertes rund um den klimagerechten Waldumbau

 

Großheubach. Plantman - Angelehnt an bekannte Superhelden steht der Begriff stellvertretend für all jene „Helden“, welche mit ihrem Engagement zu einem klimagerechten Waldumbau beitragen, die Aufforstung von Flächen fördern und somit ihren Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft leisten. Initiator des Plantman-Konzeptes ist Karlheinz Hess, Geschäftsführer der in Kirchzell (Landkreis Miltenberg) ansässigen Firma Interforst. Diese ist unter anderem für die Bewirtschaftung des Gemeindewaldes in Großheubach (ebenfalls Landkreis Miltenberg) zuständig.

 

Dort gab es in jüngster Vergangenheit bereits Aktionen unter dem Plantman-Banner, regionale Firmen erklärten sich bereit, Aufforstungen finanziell zu tragen. Mit diesem Ansatz solle, so Hess, dafür gesorgt werden, dass hinter jeder Pflanzung Gesichter oder in der Gegend bekannte Unternehmen stünden. „Aus der Region, für die Region“ lautet das gewählte Motto. Unternehmer und Waldbesitzer - häufig Kommunen - sollen unter der Idee des Plantman zusammengebracht werden, um den Waldumbau in Zeiten des Klimawandels voranzubringen.

 

Damit sich die bereits engagierten Personen, solche, die es werden wollen und weitere Interessenten ein Bild davon machen können, was im Zeichen des Superhelden umgesetzt wurde und welche Maßnahmen in naher Zukunft anstehen, lud Interforst am Donnerstag, 2. Juni 2022, nachmittags zur Aktion „Plantman on tour“ ein. Es nahmen unter anderem Vertreter aus den Reihen des Veranstalters, der Kommunalpolitik und Vertreter von regionalen Firmen sowie Hendrik Wörner, Forsttechniker und zuständig für den Großheubacher Gemeindewald teil. Startpunkt war der Parkplatz im Bereich am Luna Park/Baum des Jahres Park nahe des Mainufers. Dort wurde die Delegation eingeladen, in einem gelben amerikanischen Schulbus Platz zu nehmen. Das Fahrzeug wurde von der Armin und Frank Breunig GbR (Eichenbühl) zur Verfügung gestellt. Nachdem die Beteiligten den Bus oder einige wenige ihre Privatfahrzeuge - betreten hatten, wurde der Großheubacher Wald angesteuert. Im dortigen Forst unterstützten beispielsweise in jüngster Vergangenheit von regionalen Firmen Andreas Thümmler (St. Kilian Distillers, Rüdenau), Thomas Mühling (Camping am Leinritt, Großheubach) sowie Michael und Matthias Hennig (Hennig Haus, Großheubach) Pflanzaktionen. Ein Teil der genannten Personen war nun auch am 2. Juni wieder mit an Bord.

 

Erstes Ziel der Tour war die Forstabteilung Lachental. Dort soll im Herbst diesen Jahres mit der Unterstützung von zwei Sponsoren auf einer Fläche von ungefähr 0,7 Hektar eine Waldrandgestaltung mit Blühpflanzen für Bienen und Vögel erfolgen. Darüber hinaus ist geplant, dort in einem vom Wind aufgerissenen Bestand eine Eichenheisterpflanzung vorzunehmen. Um diese zu realisieren ist es erforderlich, dass im Vorfeld noch größere Brombeerflächen gemulcht werden. Die Großfpflanzen sollen dann mit einem Einzelschutz versehen werden. Hess erklärte am Beispiel vor Ort, dass die Bäume nicht sehr dicht stünden und deshalb die einzelnen Exemplare Angriffsflächen für Wind bieten würden. Aufgrund dieses „offenen“ Bestandes würden sich dann die Brombeerpflanzen relativ schnell verbreiten und dafür sorgen, dass junge Bäume kaum eine Möglichkeit hätten, heranzuwachsen. Deshalb sei es ein Ziel, auf der Lachentalfläche mit genannten Maßnahmen entsprechend entgegen zu steuern.

 

Ein weiterer Exkursionspunkt war eine Sponsorenfläche in der Waldabteilung Stutz. Dort informierte und zeigte Hess, dass die jungen Baumpflanzen mit Einzelschutzsystemen ausgestattet wurden. Dabei handelt es sich um Wuchshüllen, welche den Bestand vor Wildverbiss schützen. In regelmäßigen Abständen muss kontrolliert werden, ob die Schutzvorrichtungen und Netze noch gerade ausgerichtet und in einwandfreiem Zustand seien. Wenn die Baumpflanzen nach einigen Jahren die Wuchshüllen überragen, müssen diese abgebaut und entsorgt werden. Bereits an einem vorherigen Punkt der Plantman-Tour präsentierte der Interforst-Geschäftsführer einen Baumbestand, der rund acht Jahre alt ist und bei dem die derzeit noch vorhandenen Umhüllungen bald entfernt werden können.

 

Insgesamt wurde deutlich und erläutert, dass aufgrund des Klimawandels der Wald zu einem Mischwald umgebaut werden soll, der wesentlich weniger Nadelholz, dafür mehr Laubbäume enthalten soll. Wenn Nadelholz mit integriert werden soll, dann werden zunehmend Sorten aus wärmeren Ländern, beispielsweise aus dem Mittelmeerraum, zum Zuge kommen, welche im Gegensatz zu Buchen, Birken und Linden weniger Probleme mit der Trockenheit haben. Monokulturen, wie früher üblich, sollen vermieden werden. Jeder, der möchte, kann selbst als Plantman in Erscheinung treten. Dazu können sich Interessenten im Büro der Firma Interforst unter der Telefonnummer 09373-902590 melden. Gemeinsam mit den Plantman-Spezialisten kann ein genau zugeschnittenes Konzept erarbeitet werden.

Quelle: Werbeagentur Untermain, Marco Burgemeister

 

 

 

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