Presseberichte

28.11.2006

"Dann ist die Burg noch besser zu sehen"

Start der Durchforstungsaktion in Freudenberg - Bereich oberhalb der Bebauung wird komplett geräumt

War es am Montag strahlender Sonnenschein, bei dem die Waldarbeiter der Firma Hess aus Kirchzell die Durchforstungsaktion am Burgberg in Freudenberg aufnahm, so hatten sie am Dienstag mit Regen zu kämpfen. Trotzdem soll in etwa zweieinhalb Wochen der Hang unterhalb Burg auf einer Länge von 250 Metern durchforstet und der Bereich unmittelbar oberhalb der Bebauung komplett geräumt sein.

Rote und grüne Bändchen zeigen den Waldarbeitern, was zu tun ist. »Grün bedeutet, dass diese Bäume unbedingt stehen bleiben müssen, Rot bedeutet Fällen«, erklärt Revierleiter Lars Kaller beim Blick in den Wald von seinem Standort unterhalb der Ruine in den Burgberg aus.

Neben ihm steht ein Schlepper, und von der Winde wird ein Stahlseil den Hang hinunter gezogen. Etwas weiter unten im Berg fällt gerade krachend ein Baum um und reißt zwei kleinere mit. »Die Bäume ohne Bändchen sollen stehen bleiben, aber der eine oder andere wird bei den Fällarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden«, beschreibt der Revierleiter eine dritte Kategorie.

Ein Baum nach dem anderen wird in dem steilen Gelände mit der Kettensäge gefällt, komplett an das Stahlseil gehängt und hochgezogen. Oben angelangt, bringt der Schlepper den Baum zum nicht weit entfernten Lagerplatz, wo er entastet und auf ein handlicheres Format zugeschnitten wird, bevor ein weiterer Schlepper die Bäume zum Abtransport an den Rand des Burgweges bringt. Rund 500 Bäume habe er oberhalb der so genannten Kegelbahn, wie ein Weg im Hang genannt wird, mit roten Bändchen markiert, umschreibt Revierleiter Kaller die Durchforstungsaktion in diesem Bereich.

»Parkartiger Charakter«

Weil die kompletten Bäume aus dem Gelände herausgerückt würden und weder Reisig noch Äste liegen blieben, werde nach der Aktion der parkartige Charakter des Geländes wieder erkennbar, ist er überzeugt, und Bürgermeister Heinz Hofmann hatte in der Gemeinderatssitzung bereits den »positiven Nebeneffekt« der Aktion umrissen: »Dann ist die Burg noch besser zu sehen.« Optisch werde der Berg im nächsten Jahr sicher nicht besonders toll aussehen. Aber wenn in spätestens zwei Jahren der Hang durch Stockausschläge wieder begrünt sei, geht Hofmann davon aus, dass auch die Kritiker verstummt sein werden.

Unterhalb der »Kegelbahn« müssen alle Bäume als Verkehrssicherungsmaßnahme gefällt werden. »Falls einer davon umfallen würde, würde er auf den Häusern landen«, ist Kaller sicher. Die Bäume hätten sich bereits verdächtig nach unten geneigt. Positiver Nebeneffekt dieser Aktion für die Hausbesitzer sei, dass die Häuser mehr Licht abbekämen, ist der Bürgermeister sicher. 25 der 35 Grundstückseigentümer hätten sich der Aktion angeschlossen und ließen auf eigene Kosten zu groß geratene Bäume auf ihrem jeweiligen Areal von den Experten fällen.

Dass die Männer der Firma Hess Spezialisten auf ihrem Gebiet sind, können sie gerade im unteren Bereich unter Beweis stellen. Der größte Teil der Bäume werde mit dem Stahlseil und einer Umlenkrolle beim Fällen quer zum Hang gelegt. Wo das nicht möglich sei, müssten die Bäume stückweise von oben her abgesägt werden, erklärt der Revierleiter. Zur Sicherung vor Steinschlag lasse man einen etwas höheren Stumpf stehen und lege dahinter einige Stämme quer, beschreibt er die Maßnahme.

26500 Euro bleiben an Stadt hängen

Aus dem Hang werde Eichen- und Buchen-Industrieholz sowie Parkettholz geerntet, erklärt der Revierleiter. Den voraussichtlichen Erlös für den Verkauf des Holzes habe der Unternehmer bei seinem Angebot bereits einkalkuliert, so dass für die Kommune Kosten in Höhe von rund 26500 Euro übrig blieben.

»Ob wir wollen oder nicht, wir müssen mindestens 30 Meter oberhalb der Bebauung die Bäume zurücknehmen«, beschreibt der Bürgermeister die weitere Vorgehensweise - soll heißen, in den kommenden Jahren wird auch der Rest des Hanges durchgearbeitet.

Peter Riffenach - Wertheimer Zeitung

Zuletzt geändert am: 06.12.2008 um 23:52

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