Presseberichte

08.08.2013

Wald gesund erhalten - Gemeindevertreter und Revierleiter unterwegs im Forst am Busigberg

Großheubach. Eine etwas größere Beteiligung hat sich Bürgermeister Günther Oettinger bei
der obligatorischen Waldbegehung des Großheubacher Forstes am Freitagnachmittag
sicherlich erwartet. Da trotz Einladung mehr als die Hälfte des Gemeinderates abwesend und
das Gremium somit nicht beschlussfähig war, erklärte er das Treffen kurzerhand zu einer
»informellen Veranstaltung«.

Waldbegehung in Großheubach 2013
Naturverjüngung und Altbestand: Vertreter der Gemeinde Großheubach und Revierleiter Mathias Geisler begutachten im Gemeindewald den Fortschritt der Waldbaumaßnahmen der vergangenen Jahre. Foto: Marco Burgemeister

Im Mittelpunkt stand der Zustand der rund 644 Hektar großen Waldfläche in Großheubach. 516 Hektar davon sind im Besitz der Gemeinde, der Rest ist in privater Hand. Der Weg führte den Bürgermeister, die Gemeinderäte, Bauhofleiter Meinrad Lebold mit Revierleiter Mathias Geisler und Karlheinz Hess vom gleichnamigen Kirchzeller Forstunternehmen Hess über verschiedene Waldabschnitte am Busigberg.

Naturverjüngung gegen Schäden

Erstes Thema waren die dortigen Pflanzungen. Stets sei bei Schäden durch Windwurf oder
Käferfraß abzuwägen, ob auf den entstandenen Freiflächen Pflanzen gesetzt werden sollen
oder ob eine Naturverjüngung ausreicht. Geisler erklärte, dass auf einigen Flächen neue
Baumarten wie Ahorn gepflanzt wurden. Er betonte die Bedeutung einer »gesunden
Mischung« verschiedener Holzsorten. Schädlinge innerhalb von Monokulturen seien weitaus
gefährlicher als bei Mischpflanzungen.

Tubex Rohre um Jungbäumchen

Der Revierleiter präsentierte eine alternative Form, Jungpflanzen zu schützen: Nicht die
Einzäunung einer ganzen Fläche, sondern ein sogenanntes Tubex Rohr um einzelne
Gewächse. So sind die jungen Pflanzen sowohl gegen Verbiss als auch vor Mäharbeiten
geschützt. Weiter dient das kompostierbare Rohr aus Polypropylen als eine Art
Minigewächshaus, das die Pflanzen schneller wachsen lässt. In einem weiteren Waldabschnitt
am Busigberg wurden in den Jahren 2005 und 2006 Kiefern sowie Buchen gefällt, informierte
Geisler. Dies geschah, um die Naturverjüngung der Traubeneiche in Kombination mit
Rotbuche und vereinzelt Waldkiefer einzuleiten. Zum jetzigen Zeitpunkt ist zur Freude des
Försters eine fast flächige Naturverjüngung zu sehen, auch außerhalb der eingezäunten
Flächen. Der Revierleiter ging auch auf den Artenreichtum, das Wuchsverhalten und den
Waldbau am Busigberg ein. Das Waldstück zeichnet sich durch viele verschiedene
Baumarten aus. Deshalb gibt es einen guten Einblick in das Wuchsverhalten sowohl von
Baumarten in ihrer Jugend als auch im Altbestand.

Engelberg-Zufahrt wird gesperrt

Im Zuge der Wegeunterhaltung und Verkehrssicherung am Engelberg wurden einzelne
Abschnitte wie der Maria-Hilf-Weg, der Obere Rülesbergweg, sowie teilweise Esels-, Hüttenund
Löwenhainweg freigeschnitten und gemulcht.
Geisler teilte mit, dass an der Zufahrt zum Kloster Engelberg im Spätherbst, wenn die
Schänke geschlossen hat, Verkehrssicherungsmaßnahmen erfolgen sollen. Bäume, die auf
die Straße zu stürzen drohen, sollen dann entfernt werden. Während dieser Maßnahmen wird
die Zufahrt zum Kloster gesperrt sein. Fazit der Waldbegehung: Die Naturverjüngung verläuft
positiv. Dem Großheubacher Wald geht es gut.

Autor: Marco Burgemeister
Veröffentlicht (mit kleinen Abweichungen) im "Bote vom Untermain" am 07.08.2013

 

Zuletzt geändert am: 17.08.2013 um 21:19

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