Presseberichte

08.07.2005

Entwicklung mitgestalten, Chancen sichern

Aus dem Kirchzeller Zapfenpflücker wurde ein internationaler Holzhändler
und bundesweit agierender innovativer Forstdienstleister

Es war der Vater von Karlheinz Hess, Rudolf Hess, der nach dem Krieg die Odenwälder Tradition des Zapfenpflückens aufgriff und sich damit in Kirchzell eine berufliche Existenz aufbaute. Zapfen pflücken, dabei oft wie die Eichhörnchen von Fichtenwipfel zu Fichtenwipfel zu springen, diese gefährliche Arbeit war im Odenwald lange Tradition und seinerzeit deswegen notwendig, weil aus den Fichtenzapfen die Samen für Jungfichten gewonnen wurden, die wiederum zum Aufforsten benötigt wurden.
Die Fichte galt damals als eine der wichtigsten »Brotbringer« im Forst, da sie schnell wächst und schneller als andere Baumarten hiebreif wird. Mit dem Umdenken in der Forstwirtschaft künftig mehr Edellaubholzarten wie Kirsche, Ahorn und Esche zu pflanzen sowie im Forst stärker auf natürliche Verjüngung als auf Nachpflanzung zu setzen, spätestens seit diesen Entwicklungen der neunziger Jahre verlor das Zapfenpflücken an Bedeutung.

Vom Zapfenpflücker zum Forstdienstleister

Mit dem Zapfenpflücken hatte Rudolf Hess weitreichende Kontakte in die Forstbranche hinein und zu den Staatlichen Forstämtern. Dasführte mehr und mehr dazu, dass er in weitere Aufgabengebiete der Forstwirtschaft hineinwuchs: Fällen, Rückarbeiten, Schälen, Transportieren, Aufforsten – das Zapfenpflücken verlor an Bedeutung, die Forstdienstleistung gewann an Bedeutung.

Schon damals hat die Fa. Hess stets recht frühzeitig die Zeichen des Marktes und der Zeit erkannt und sich in ihrem Angebot darauf eingestellt. »Damals war es noch üblich«, erinnert sich Rudolf Hess, »dass die einzelnen Dienstleistungen von unterschiedlichen Firmen ausgeführt wurden, die sich auf das eine oder andere spezialisiert hatten. Wir waren dann die ersten, die komplett gedacht haben und alle Dienstleistungen aus einer Hand angeboten haben. Für die Forstverwaltungen bedeutete das natürlich eine willkommene Vereinfachung, nur einen kompetenten Ansprechpartner zu haben von dem sie wussten, dass – wie heute auch noch – ein Wort galt und Zusagen verbindlich eingehalten und erledigt wurden.« Als kaum jemand von »Netzwerken« sprach, fingen Rudolf Hess, später sein Sohn Karlheinz, an, solche Branchennetzwerke aufzubauen. »Mit anderen in Netzwerken zusammenzuarbeiten ist viele Male effizienter, als alles alleine machen zu wollen. Heute sind wir einem speziellen Dienstleistungszuschnitt bundesweit einer der wenigen Anbieter unserer Art geworden: Komplette Forstdienstleistungen, gesagt und getan«, bringt es Karlheinz Hess auf den Punkt. »Dabei haben wir uns einen guten Ruf als Problemlöser gerade auch für schwierige und komplexe Fälle erarbeitet, etwa dann, wenn es um Kniffliges oder um schnelles Handeln, um schnellstmögliche Abwicklung geht – bis hin zum Verkauf des eingeschlagenen Holzes«. Denn ein inzwischen weiterer Schritt im Unternehmen Hess hat dazu geführt, dass auch ein Holzhandel darin integriert wurde.

Holzhandel – von hier bis China

Holz handelt Hess hier und bundesweit, aber inzwischen bis nach Amerika, Indien oder China, wo der Holzhandel auf Grund stark gestiegenen Bedarfes boomt. Auch hier half Hess sein Branchenwissen und sein Erkennenkönnen der Marktentwicklungen: Durch seine weitläufigen Kontakte zu Waldbesitzern und Forstleuten weiß Hess, wo wann welches Holz anfällt. Holz, das die Sägewerke benötigen. Deswegen konnte er als Partner bald zwischen beiden Seiten vermitteln und einen Holzhandel etablieren, der beiden Seiten, den Forstleuten wie den Sägewerkern, diente.

Wandel durch das Waldgesetz

Inzwischen kommt ein Weiteres hinzu: Weil das Bayerische Waldgesetz geändert wurde, wird kommunaler Waldbesitz künftig nicht mehr durch die Staatsforstämter betreut werden. Hess, der in allen Wald- und Forstarbeiten wohl erfahren ist, bietet seither – wie im Fall Großheubach als einer der ersten Gemeinden in Unterfranken – Kommunen an, deren Wald auf der Basis von Nachhaltigkeit voll zu bewirtschaften. Die Kommunen haben wesentliche Vorteile davon: sie verpachten den Wald an Hess nach strengen Regeln, der wiederum kümmert sich um alle nötigen Arbeiten. Aus der Pacht fließen den Kommunen sichere, weil regelmäßige Erträge zu – anders als zu Zeiten früherer Bewirtschaftung, als die Erträge je nach Marktlage zuflossen. Für Hess, der immer auf der Suche nach neuen Entwicklungen ist, wäre künftig sogar ein Waldsponsoring vorstellbar. Seine Vorstellung: »Firmen sponsoren dabei die Waldpflege. Der Wald entwickelt sich dadurch zum Nutzen seiner öffentlichen Besitzer fachgerecht weiter. Und die Unternehmen erhalten dafür – außer Imagegewinn – sogenannte »Kyoto-Punkte«, mit denen sie gegenüber dem Gesetzgeber und ihren internationalen Kunden das vorgeschriebene umweltfreundliche Verhalten dokumentieren müssen«.

Entwicklung als Chance sehen

Dass Hess trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen und grundlegendem Wandel der Forstbranche wirtschaftlich erfolgreich ist, das führt er auf eine Grundeinstellung zurück:

»Wo etwas im Wandel ist, da gilt es den Wandel mitzugestalten, um die Chancen die in diesem Wandelverborgen sind, ergreifen zu können.Deswegen interessiere ich mich für das Neue. Denn wo das Neue ist, da sind Bewegung und Entwicklung.

Hobby zum Zweitberuf gemacht

»Hätte ich nicht den Betrieb übernommen, den meine Eltern aufgebaut haben, so hätte ich gerne einen gestalterischen Beruf, z. B. Architekt, erlernt«, sagt Karlheinz Hess. Die Liebe zum Grün und zur Gestaltung hat den rührigen Unternehmer nicht ruhen lassen: Hess gründete einen Fachbetrieb für Gartengestaltung, in dem heute acht Fachleute beschäftigt sind. »Wir gestalten und pflegen Traumgärten«, lautet Hess’ Devise. Er ist inzwischen bekannt für seine oft extravaganten Ideen, bei denen er außergewöhnliche Steinarbeiten, Wassergärten, Metall und Gartenlichteffekte traumhaft stimmungsvoll mit schönen Pflanzen zusammenbringt. Was kaum jemand weiß: Die Bundessiegerin 2003 im bundesweiten Berufswettkampf der Garten- und Landschaftsgärtner, Helga Dörig, arbeitet schon seit Jahren in seinem Betrieb.


 Firma Hess in Zahlen und Fakten:

Name der Tochterunternehmungen: Dienstleistungen / Produkte:
Hess Forstservice & Holzvermarktung
Interforst GmbH
Hess Gartenservices

 

Hess Forstservice & Holzvermarktung:
Aufforstung, Holzeinschlag, Holztransport,
Holzvermarktung und vieles, vieles mehr
(www.hess-forst.de)

Hess Gartenservices:
Beratung, Planung, Ausführung und Pflege – alles zur Verwirklichung von individuellen Gartenträumen.
(www.greendesign-gmbh.de)

Interforst GmbH:
Maschinelle Holzaufarbeitung,
Holzvermarktung,
Revierbetreuung
(www.interforst.net)
 

Gründung des Stammunternehmens:

1965 durch Rudolf Hess

 

Mitarbeiteranzahl:


35 in allen Unternehmen

 

Zuletzt geändert am: 22.11.2009 um 18:26

Übersicht Pressemeldungen